| Chemiker | Dr. phil. Alfred Rhomberg |
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Chemiker Die Chemie erfordert praktische Fähigkeiten, wissenschaftliches Interesse, überdurchschnittlichen Fleiß und Glück. Für viele gilt das Fach als zu „abstrakt", was oft am schlechten Chemieunterricht der Gymnasien liegt. Für mich wurden die ersten chemischen Versuche im Alter von 13 Jahren in einer 1-Zimmerwohnung meiner Eltern (1949) zum Lebensprogramm. Studium und Beruf 1954 Beginn des Chemiestudiums an der philosophischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. 1963 Promotion zum Dr. phil. mit einer organisch-chemischen Dissertation über die "Kondensationen von Isatin mit Ketobutyraldehyddimethylacetal bei Univ. Prov. Dr. Hermann Bretschneider (u.a. Erfinder des ersten Breitbandsulfonamids "Madribon®" - Roche). Seine Dissertanten mussten fundiertes Wissen besitzen und wurden durch tägliche Diskussionen zu präziser analytischer Denkweise erzogen. Das Nebenfach Mineralogie und die damals erforderlichen philosophischen und psychologischen Nebenfächer (insbesondere die Spezialfächer Sozialpsychologie und Gruppendynamik) waren wichtige Grundlagen für die spätere berufliche Laufbahn als Führungskraft, darüber hinaus ermöglichten sie den Blick über den "Tellerrand" der Sichtweise des Naturwissenschaftlers. 1963–1965 Lehrauftrag als promovierter Hochschulchemiker, Vorlesungen über „Spektroskopische Methoden" (Infrarot-, UV-, Massen-, und NMR- Spektroskopie). 3 Publikationen: Monatshefte für Chemie, Band 97,Heft 1, 1966 "Über die Kondensation von Isatinsäuren mit Acylacetaldehyd-diacetalen bzw. Acylacetalaldehyd-enoläthern", "Cyclische und acyclische Derivate der Acetylcinchoninsäure" und "3-(alpha-Alkyl-alpha-hydroxyäthyl)-cinchoninsäurelactone und Umwandlungsprodukte" 1965 Wechsel in die Industrie, Grundlagen-Forschungsinstitut der Royal Dutch Shell Company (Schloss Birlinghoven bei Bonn). Arbeitsgebiet: Reduktion 5-wertiger organischer Phosphorverbindungen. Publikation: Monatshefte für Chemie, Band 98, Heft 1, 1967, "Reduktion der O-Alkylsalze von Phosphinoxiden, Phosphonaten und Phosphoniten". Ende 1966 führte ein weiterer Wechsel in die aufstrebende Pharmafirma C.F. Boehringer und Söhne (später Boehringer Mannheim GmbH) zurück zur Antibiotica-Forschung und zu einer Verbindungsklasse, die mich schon während meiner Hochschuljahre beschäftigte. Meine Forschungsarbeiten über Chinoloncarbonsäuren (Gyrasehemmer) sind durch über 50 in- und ausländische Patente dokumentiert. 1975: Leitung der Allgemeinanalytik in der chemischen Forschung, Ausbau der beginnenden computergesteuerten Automatisierung von Analysegeräten und Erforschung von Polymorphieproblemen mittels Röntgen- und Differentialthermoanalyse. 1983: Aufbau des Leitsubstanzscreenings von Boehringer Mannheim zur Auffindung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe, das als computergestütztes Mess- und Strukturdaten-Analysesystem einen wichtigen input für die chemische Forschung der Firma bedeutete. Der hohe Substanzprobendurchsatz erforderte Kooperationen mit bedeutenden internationalen Universitäten und Großfirmen, Betreuung und Koordination aller Bereiche des Screenings (Tests, Auswertung der Ergebnisse, Kooperationsverträge etc.). Für die analytische Forschung und das Screening war der Einstieg in neueste Computertechnologien erforderlich, dies bedeutete eine spannende Herausforderung, ebenso wie der Neueinstieg in die Biochemie im Rahmen der pharmakologischen Grundlagen des Screenings. Das Experimentieren mit Computerprogrammen und Geräten bildete nach der Pensionierung (1996) die technische Grundlage für die Ausübung meiner künstlerischen Tätigkeit. Chemie und Kunst haben vieles gemeinsam: wesentlich für den Erfolg sind Kreativität, Experimentierfreude und Glück. |